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Familienzentrum Bodelschwingh
Bodelschwinghstr. 17, 32657 Lemgo
Telefon: 05261 71640

Leitung:
Daniela Westhoff

Pädagogik

Grundlagen der pädagogischen Arbeit im Bodelschwingh-Kindergarten

Das soziale Verhalten, das in evangelischen Kindergärten eingeübt werden kann, entwickelt sich aus einer täglichen Begegnung ganz verschiedener Menschen: Sie sind in gleicher Weise von Gott geliebt und gestehen sich gegenseitig ihre Würde und Achtung zu. Kinder sollen Glauben in ihrer Lebenswelt erfahren können: Das gehört zum Auftrag und zur Aufgabe evangelischer Kindergärten.Dabei geht es nicht in erster Linie darum, religiös-kulturelles Wissen und Verhalten zu vermitteln. Es geht vielmehr um die beständige Begleitung durch verlässliche Ältere. Begleitung des Alltags im Kindergarten vermittelt als Grundeinstellung:

Es lässt sich leben in dieser Welt – und zwar so, dass es Mut und Freude macht.

Das ist eine Sicherheitserfahrung, die es Kindern ermöglicht, in einem grundlegenden Vertrauen zu leben. So können sie Zuneigung und Dankbarkeit entwickeln und äußern.Hinter solchen Erfahrungen steht eine unverfügbare größere Wirklichkeit. Dass diese in christlichen Gemeinden als Gott und wie eine Person angeredet wird, von der es viel zu erzählen gibt und der das Beten gilt, können Kinder im Lebenszusammenhang des Kindergartens erfahren. Zu diesem Zusammenhang gehören Personen, Räume, Bilder, Geschichten, Symbole, Feste und Feiern, die auf jene größere Wirklichkeit verweisen.

Natur- und Umweltbegegnung

Der Hektik unserer hoch technisierten Welt steht die natürliche Ruhe der Natur gegenüber!

Wir gehen auf “Tuchfühlung” mit der Natur. Besonders auf unserem großzügigen, naturnahen Außengelände spielt sich eine Menge ab: In dem alten Baum- und Strauchbestand gibt es viele Rückzugs- und Klettermöglichkeiten außerhalb der vorgefertigten Spielgeräte. Die Kinder der Einrichtung können das Außengelände bei jedem Wetter nutzen.

Durch aktive Zusammenarbeit von Erziehern, Eltern, Kindern und Landschaftsgärtnern erhalten wir uns ein Stück Natur zum Anfassen und Begreifen.

Diese Projekte haben wir realisiert:

  • Die Garten-AG hat Weidentippis und kleine Zäune gebaut.
  • Blumen- und Staudenbeete wurden mit niedrigen Trockenmauern eingefasst.
  • Eine neue Klettermöglichkeit finden die Kinder auf einem zurecht geschnittenen, umgestürzten Baum.
  • Auf unserer Obstwiese haben wir neue Bäume angepflanzt.
  • Die Kompostierung wurde in Gang gebracht.
  • Durch den Garten konnte ein Fahrweg für Roller und Dreiräder verlegt werden

Bei allen Aktionen sind die Kinder mit einbezogen. Sie lernen die Natur zu verstehen und zu begreifen. Denn nur was Kinder begreifen und verstehen, können sie auch schützen und erhalten.

Sprachförderung für Kinder im Vorschulalter

Es gibt viele und vielschichtige Gründe, die dazu führen können, dass sich die Sprache eines Kindes nur schlecht entwickelt. Doch indem wir sie uns immer wieder bewusst machen, schaffen wir uns bereits eine Basis auf der wir aufbauen und helfen können.
Innerhalb unserer Einrichtung bieten wir Sprachförderung in verschiedenen Bereichen an:

Wortschatzerweiterung bei ausländischen Kindern

Man schätzt, dass ein Wort etwa 40 mal gehört werden muss, bis es in den Sprachschatz des Kindes übergeht, bis das Kind begreift, dass das Klangbild “Ball” für das runde, bunte Ding steht. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache bieten wir Kleingruppenarbeit mit folgenden Inhalten an:

  • Rollenspiele
  • Sing- und Bewegungsspiele
  • Geschichten hören, nach- und weitererzählen
  • Ausdruck von Erlebtem in Wort und Bild

Außerhalb der Einrichtung, in Kooperation mit der nahegelegenen Südschule (Grundschule), findet 2 mal wöchentlich eine intensive Sprachförderung für ausländische Kinder im letzten Kindergartenjahr statt. Diese Angebote finden unter Wertschätzung und Akzeptanz der eigenen Muttersprache statt.

Erkennen von Sprachstörungen und sprachtherapeutisch unterstützende Förderung

Manche Kinder können, ohne dass dieses mit einer Entwicklungsverzögerung zu erklären wäre, bestimmte Laute nicht sprechen. Durch gezieltes Beobachten, können wir solche Auffälligkeiten gut erkennen und dann in Zusammenarbeit mit Eltern und Logopäden dem Kind helfen, durch:

  • Korrektes Wiederholen des Gesprochenen und nicht verbessern
  • sprechen in Versformen
  • Fingerspiele
  • Übungen zur Lautbildung, z. B. Watte pusten

Kreativgruppe

Praktische Kreativität und Künstlerische Kreativität

Jedes Kind hat ein bestimmtes Maß an kreativen Fertigkeiten und Fähigkeiten. Wie sich das Kreativitätspotential entwickelt, ist abhängig vom sozialen Umfeld wie: Familien- und Wohnsituation, Geschwister, Großeltern, usw., welche die Entwicklung beeinflussen.

Wir haben beobachtet, dass spezielle kreative Projekte mit einer Kleingruppe im Vormittagsbereich zu kurz kommen. Daraus hat sich eine Sammlung ergeben, z.B. Seidenmalerei, Umgang mit dem Fotoapparat, Arbeiten mit Ton, u.s.w.

Unser Ziel mit der kreativen Gruppe ist, den Kindern vielfältige Möglichkeiten des Umgangs mit verschiedenen Materialien anzubieten. Die künstliche Kreativität weckt die Neugierde, an Dinge heranzugehen und ermöglicht den Kindern neue Lernschritte für ihre alltägliche Lebensbewältigung. Uns ist wichtig, dass die Kinder auch eigene Wege der Materialerfahrung finden.

Medienbildung

Medien sind ein fester Bestandteil der kindlichen Lebenswelt. Sie gehören in der heutigen Zeit zum Alltag der Familien und sind damit auch Thema in der Kindertageseinrichtung.

Für den Umgang mit Medien sind für uns drei Ansätze von Bedeutung:

Kritischer Ansatz: Kinder sollen über Aufklärung skeptisch gegenüber den Medien mit ihren Manipulationsabsichten gemacht werden.

Kompetenzorientierter Ansatz: Kinder sollen Kompetenzen im Umgang mit den Medien erlernen. Sie sollen so fähig werden, z. B. Fernsehsendungen sinnvoll auszusuchen.

Kindzentrierter Ansatz: Die Themen der Kinder innerhalb der Mediennutzung mit ihren dahinterstehenden Bedürfnissen sollen zum Thema gemacht werden. Ziel ist, dass Kinder Medien entsprechend ihrer Entwicklung und ihrer Bedürfnisse gut nutzen können.

Ziele der Medienbildung

  • Medienerfahrungen reflektieren und bearbeiten
  • Anregung der Wahrnehmung, besonders Hören und Sehen
  • einen angemessenen, altersgerechten, kritischen und selbstbestimmten Umgang mit Medien entwickeln
  • aktive Arbeit mit Medien

Projektbeispiele: Fotoapparat, PC, Kassettenrecorder, Zeitung

Bewegungserziehung

Spiel und Spaß in der großen Turnhalle

Bewegung und Spaß gehören zu den elementaren kindlichen Bedürfnissen und Betätigungsformen. Der Bewegungsdrang ist allen Kindern angeboren und einer der entscheidenden Entwicklungsfaktoren in den ersten sechs Lebensjahren.

Die gesundheitsbedrohende Wirkung des bewegungsarmen Lebens in unserer Gesellschaft ist wissenschaftlich belegt (beengte Wohnverhältnisse, schwer erreichbare Spielplätze, lärmempfindliche Wohnumgebung, Fernseher, Computer…).

Eine Integration von Bewegung in das Lebenskonzept der Kinder ist daher dringend erforderlich.

Allgemeine Grundformen der Bewegung sind z. B. gehen, laufen, springen, klettern, schieben, rollen, ziehen und werfen. Kinder setzen sich über die Bewegung mit ihrem Körper und ihrer Person, mit ihren Mitmenschen, mit Raum und Materialien auseinander. Die Entwicklung dieser Fähigkeiten in den ersten Lebensjahren ist abhängig von den Gelegenheiten des Kindes, sie zu üben und zu festigen.

Bewegungs- und Sinneserfahrungen sind die Basis jeder frühkindlichen Erziehung und müssen deshalb jederzeit im Alltagsleben des Kindergartens berücksichtigt werden. Bewegung als Lebens- und Lernform im Alltag der Kinder hat das Ziel, dem Bewegungsdrang entgegenzukommen und das Bewegungsbedürfnis durch Spiel- und Sportangebote zu befriedigen.

Motorische Fähig- und Fertigkeiten werden erweitert und verbessert durch Fingerspiele, Schaukeln, Seilspringen und Balancieren und durch Umsetzen von Phantasiegeschichten in Handlung und Bewegung.

Bewegung als ganzheitliches Medium berücksichtigt auch allgemeine Erziehungsziele wie:

  • selbständiges Handeln
  • Aufbau von Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung
  • Fähigkeit zur Kommunikation und sozialem Handeln
  • Förderung der Lernbereitschaft, Ausdauer und Konzentration

Unsere Gruppe findet einmal wöchentlich, zusätzlich zum normalen Bewegungsangebot im Kindergarten, in einer großen Turnhalle statt. Diese erreichen wir zu Fuß mit den Kindern in etwa 10 bis 15 Minuten.

Kunst- und Musikschule

1989 entwickelte die Kunst- und Musikpädagogin Kerstin Tieste das Konzept der Integrativen Kunst- und Musikschulen für Kinder. Besonders ist die Form der ganzheitlichen, spielerischen Musik- und Kunstpädagogik, die inzwischen in vielen Einrichtungen Anklang gefunden hat und sich somit eine enge Zusammenarbeit zwischen den Tageseinrichtungen für Kinder und den Integrativen Kunst- und Musikschulen in mehreren Bundesländern entwickelt hat.

Das Konzept hat die Schwerpunkte Kunst und Musik, aber auch Bewegung, Theater, Spiel und Natur sind tragende Elemente unseres Unterrichtes. Die Kinder werden auf spielerische Art und Weise an die Themen herangeführt, Erlebnisfreude leitet das Lernen. So kann das Kind auf breiter Basis eine individuelle Ausdrucksform entwickeln und muss nicht heute zum Malen, morgen zum Tanzen und übermorgen zum Musikunterricht.

Im Bodelschwingh-Kindergarten in Lemgo begann der Unterricht im August 1999. Seitdem treffen sich die Kinder einmal wöchentlich zur Kunst- und Musikstunde im Kindergarten und erleben dort, wie aus der “wilden Berta” die “milde Berta” wird, oder dass das langsame Tempo der kleinen Schnecke “Largo” auch Vorteile bieten kann. Sie lernen hohe und tiefe Töne unterscheiden und wissen nach der “Fische-Stunde”, wie man Farben zum Leuchten bringt. Na, schon neugierig geworden? Die Kinder der Kunst- und Musikschule treffen sich immer montags von 15.00 bis 16.00 Uhr im Bewegungsraum des Kindergartens.

Wer noch mehr wissen möchte ruft einfach an:

Integrative Kunst- und Musikschule Lippe
Beate Schröer
Brede-Ring 12
32694 Dörentrup

Tel. 05263-99 0 80
Fax 05263-99 0 81

ikmlippe@t-online.de
www.ikm-online.net

Haus der kleinen Forscher

Ein Projekt der Stiftung “Haus der kleinen Forscher”. In unserer Einrichtung gibt es zur Zeit eine Projektgruppe geführt von Frau Holle-Kalesse. Jeden Mittwoch treffen sich die Kinder zu bestimmten naturwissenschaftlichen Themen und erforschen mit vorbereiteten Materialien Phänomene unserer Welt.